rund um Argentinien
deutsch
30/05/2006
Buenos Aires nach Puerto Madryn/Peninsula Valdez
Nach dem Stress vom Freitag, als mein Portemonnaie geklaut wurde, hatte ich
am Samstag noch ein gemuetliches Fruehstueck mit ein paar Freunden, bevor es dann Abends endlich aus Buenos Aires in die Natur ging. Die Fahrt im Bus (Don Otto) war sehr angenehm, hatte schon fast ein Bett zum liegen/sitzen und der Service war auch nicht schlecht. Nach 17 Stunden bin ich dann in Puerto Madryn angekommen. Die Temperatur war viel hoeher als ich erwartet hatte und so kam ich schon mal ins Schwitzen, mein Rucksack ist etwas schwerer als er aussieht... nachdem ich mich im Hostel einquartiert hatte, erkundigte ich die Stadt. Diese kam mir vor wie eine Geisterstadt. Kein Mensch auf den Strassen...am Abend wusste ich dann auch wieso. Boca (einer der Fussballmannschaften von Buenos Aires) hatte ein wichtiges Spiel, und somit waren alle vor dem Fernseher. Boca gewann und dann war der Teufel los! Feuerwerk, Hup-Konzert...
Am naechsten Tag unternahm ich einen Ausflug auf die Peninsula Valdez, ein
Naturschutzgebiet. Super schoene Natur, keine Touris um diese Jahreszeit,
ein paar wenige Pinguine, Seeloewen und Seehunde, Voegel, Armadillos und
Guanacos.
Ushuaia
Um 11Uhr morgens des naechsten Tages ging es dann schon wieder weiter
Richtung Sueden. Ueber Comodoro, Rio Gallegos, Chile (vier mal
Passkontrolle!!), Rio Grande kam ich endlich nach 32 Stunden in Ushuaia an.
Im Bus hatte ich Bekanntschaft mit einem Australier (Paul) gemacht. Die naechsten
zwei Tage unternahmen wir Ausfluege um und in Ushuaia. Ein Traum, das Ende
der Welt, wer haette gedacht, dass es hier so schoen ist! Das Wetter ist
auch nicht so kalt, wie ich gedacht hatte. Wir machten eine Bootstour, wo
wir viele Seeloewen und Seehunde sowie Cormorane sahen. Der suedlichste
Leuchtturm (wurde in einem Buch von Jules Verne festgehalten) durfte
natuerlich auch nicht fehlen. Abends endlich wieder mal selber gekocht, mal
Gemuese! Am naechsten Tag haben wir morgens einen Ausflug mit Pferden
gemacht! Grandios, ich bin mir vorgekommen wie ein Cowboy, oder wie man sie
hier nennt, Gaucho. Durch Waelder, Fluesse, Suempfe, und am Meer haben wir die Pferde vom Dreck befreit.
Nachmittags sind wir dann in den "Tierra del Fuego" Nationalpark. Man kann
dort verschiedene Wanderungen machen, jenach Zeit, laenge und Schwierigkeit.
Ein herrliches Naturschutzgebiet. Im Sommer genial zum Zelten, aber jetzt waere es schon etwas zu kalt gewesen. Am Abend gab es wieder mal ein Asado, organisiert vom Hostel. Das Hostel Abra Ushuaia war super! 16 Pesos (ca. CHF 8) inkl. Fruehstueck!
Paul, der Australier, "verliess" mich dann am Samstag und ich verbrachte
noch zwei ruhige Tage in Ushuaia.
El Calafate/El Chalten
Am Montag 15. Mai hatte ich einen Flug von Ushuaia nach Rio Gallegos gebucht, war fast gleich teuer wie der Bus, viel bequemer, viel schneller! Weiter nach El Calafate ging es dann wieder per Bus, nur 4 Stunden und geteerte Strasse. Die Busfahrt hatte was ganz spezielles. Es gab Momente, wo die Zeit still zu stehen schien... Der Anblick der Natur war fantastisch! Die Sonne blinzelte durch die Wolken und liess den See unten im Tal golden schimmern. In der Ferne konnte man die schneebedeckten Bergspitzen erkennen. Der Wind schaukelte den 2-stoeckigen Bus hin und her. Ein Bild zum Traeumen...
In El Calafate eingecheckt, habe ich beschlossen am naechsten Tag erstmal nach El Chalten weiterzufahren. Morgens um 7 Uhr gings los, nach 4 Stunden Holperbusfahrt kamen wir in El Chalten an. Das Dorf hat ca. 800 Einwohner und liegt am Fusse der beruehmten Berge Fitz Roy und Cerro Torre. Bei schoenem Wetter ein unbeschreibliches Bild. Leider hatten wir am ersten Tag nicht so viel Glueck. Schnee, Wind und Nebel. Wir machten eine kleine Wanderung zu einem idyllischen Wasserfall. Ueber Nacht hat es dann ca. 20-40 cm Neuschnee gegeben und das Wetter war wie im Bilderbuch. Wir standen frueh auf und machten uns fuer eine etwas groessere Wanderung/Bergtour bereit. Unsere Gruppe bestand aus 3 Franzosen, 2 Argentinier (Martin und Rodrigo), 1 Englaender (Ian), 1 Neu Seelaender und mich. Wir stapften durch den Schnee und suchten teilweise nach dem Weg, schauten uns das traumhafte Panorama an, Berge, Gletscher, Seen... an einem Punkt hatte sich der Weg verlohren und wir waren somit auch etwas verlohren... aber nachdem wir einigermassen heil durch ein Sumpfgebiet "gestolpert" und ueber einen Bach gesprungen sind, haben wir dann den richtigen Weg wieder gefunden. Nach 6 Stunden sind wir alle wieder heil in El Chalten angekommen. Es war ein fantastischer, unvergesslicher Tag!! um 17Uhr sind wir dann wieder zurueck nach El Calafate gefahren und haben uns zur Feier des Tages ein "Bife de Lomo" gegoennt!
Natuerlich besucht man den Perito Moreno-Gletscher wenn man in El Calafate ist. Unglaublich, soviel Eis auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen. Sehr eindruecklich und wenn man dann noch mit etwas Glueck einen Eissturtz miterleben kann, ist der Tag gemacht!
Bariloche
Mit dem Bus ging es dann mitten in der Nacht (3uhr) weiter nach Bariloche. Ian wollte auch nach Bariloche, so hatte ich eine nette Begleitung. Die laengste Bustour fuer mich bis jetzt, 34 Stunden! Aber auch eine der schoensten bis jetzt. Die Natur ist super schoen hier. Gleicht der Schweiz... darum heisst diese Region im Volksmund ja auch "argentinische Schweiz".
Am ersten Tag machten wir den "Circuito Chico" mit dem oeffentlichen Bus, welcher unteranderem zum Dorf "Colonia Suiza" fuert. wie der Name schon verraeht, wurde dieses Dorf vor ca. 150 Jahren von Schweizern gegruendet. Heute erinnert aber beinahe nichts mehr an die Schweiz. Den Rueckweg haben wir dann zu Fuss gemacht. Abends haben wir im Restaurant Albertos gegessen. Beste Adresse fuer ein Stueck Fleisch!!
Montag, 22. Mai, mieteten wir ein Auto und fuhren Richtung San Martin de los Andes. 2 Sued Afrikaner begleiteten uns. Zu viert in einem Fiat Uno ueber Stock und Stein, und sogar ueber Schnee, was fuer die zwei Sued Afrikaner sehr aufregend war! Die Route heisst "Ruta de los 7 lagos" und fuehrt an diversen Seen und Waelder vorbei, durch drei verschiedene National Parks. Die Strasse ist fuer etwa 140 KM nicht geteert, somit etwas holprig, vorallem mit einem Fiat UNO. Wir hatten das Glueck und konnten 2 Hirsche bei einem Kampf beobachten. Nach unsere Rueckkehr hatten wir neue Zimmernachbarn, es waren die zwei Argentinier Martin und Rodrigo von El Calafate/El Chalten. Man trifft sich immer wieder...und da Ian am naechsten Tag zurueck nach Buenos Aires ging, hatte ich wieder zwei nette Begleiter! Abends waren wir im Restaurant "Casita Suiza" essen. Das Restaurant gehoert Schweizern und die kommen aus Davos...
Die Tage danach waren etwas langweilig, 3 Tage viel Regen, wenig gemacht. Bei schlechtem Wetter ist es nicht so Aufregend hier in Bariloche. Am Freitag haben wir wieder ein Auto gemietet (3 Argentinische Machos und ich). Es ging wieder in den Nationalpark, mit diesmal Villa Traful als Ziel! Villa Traful liegt an einem grossen See und ist auch nur ueber eine Schotterstrasse erreichbar. Da der Herbst kraeftig Einzug gehalten hat, konnten wir die Waelder in den schoensten Herbstfarben sehen.
Samstag Bilderbuchwetter: Habe mich auf den Weg nach Villa Catedral, naechstgelegene Skigebiet von Bariloche aus, gemacht. Ca. in einem Monat sollte Saisoneroeffnung sein. Schnee hat es noch weit und breit keinen und das Dorf befindet sich noch mitten in den Renovationen. Die Sessellifte sehen nicht gerade einladent aus, aber ich denke da sind wir von der Schweiz einfach zu verwoehnt!
Vielleicht fragt ihr euch, wieso ich soviel Zeit hier in Bariloche verbracht habe. Das frage ich mich auch, nein, ich musste auf meine Kreditkarten warten, welche mir von Buenos Aires zugeschickt wurden. Und da ich mich hier in einem Sued Amerikanischen Land befinde, dauert halt alles etwas laenger...Viel Geduld ist hier angesagt... Heute sind sie dann endlich eingetroffen und somit mache ich mich morgen auf den Weg nach Chile. Naechstes Ziel ist Puerto Montt und dann Chiloe.





