A Travellerspoint blog

rund um Bolivien

deutsch

Von Villazón wollten wir eigentlich mit dem Zug nach Tupiza fahren. Gemaess Fahrplan sollte auch ein Zug fahren. Willkommen in Bolivien, heute kein Zug, evt. Morgen... So haben wir uns dann wieder zurueck zum Busterminal begeben und haben uns einen Bus nach Tupiza gesucht. Man merkt hier schon, dass man nicht mehr in dem modernen, westlich-orientierten Argentinien ist. Die Busse sehen nicht mehr ganz so neu aus und die Organisation ist auch nicht mehr ganz top. Aber mit etwas Geduld kommt man auch hier ans Ziel...

Schon am Busbahnhof konnte ich die traditionellen Marktfrauen erblicken. Zwei lange Zoepfe fallen ueber den Ruecken, einen melonen-artigen Hut auf dem Kopf, die mehrlagigen farbigen Roecke...

nach nur einer 3 stuendigen Busfahrt, welche gar nicht so uebel war, kamen wir dann in Tupiza an. Tagsueber ist es ziemlich heiss, was aber nach Sonnenuntergang um 180 Grad kehrte. Nachts ist es bitterkalt und so auch im Hotel! Heizungen kennt man hier nicht... Die Gegend von Tupiza laesst zum verweilen ein. Ich habe mir eine 5 stuendige Reittour gegoennt. Es war fantastisch, ich alleine mit dem Guide fuer umgerechnet ca. 15 CHF! Ich dachte, dass ich anschliessend nicht mehr gerade laufen koennte, aber zum Glueck war dem nicht so.

Nach einem Ruhetag und meine Erkaeltung pflegen, nahm ich den Weg von Tupiza nach Uyuni in Angriff. Es wurde mir gesagt, dass es mit dem Jeep viel schneller und angenehmer ist. Leider war dem nicht so. Ich "sass" mit 11 Personen + Chauffeur in einem Jeep. Ich dachte mir, naja, wenn die Fahrt nur 3 Stunden dauert, wie sie mir versprochen haben, ist es ja nicht so schlimm. Denkste, die Fahrt dauerte ganze sieben Stunden!! ich kam dann etwas zerknaust in Uyuni an. Ich machte mich auf die Suche nach einem Hotel und einer Agentur um die "Salar de Uyuni"-Tour zu buchen. Nachdem alles unter einem Hut gebracht war, traf ich zwei Englaenderinnen, welche ich seit Ushuaia, Argentinien, immer wieder getroffen habe. Nach dem Abendessen bin ich dann ich das Hotel zurueck und haben mich gut angezogen mit Muezte, 2 Langaermel-T-Shirts, Trainerhosen, Socken und Handschuehe schlafen gelegt. Um 3 Uhr nachts ist dann Paul, der Australier, eingetroffen.

Um 10:30 ging es dann am naechsten Tag auf die 3-tages-Tour. Mit uns im Jeep waren noch 3 Englaenderinnen, 1 Italiener und eine Schweizerin. Ein guter mix... Unsere erste Station war der "Cementerio de Trenes". Hier werden ausgediente Zuege abgestellt und rosten langsam vor sich hin. Danach ging es in die langersehnte "Salar de Uyuni". Hier wird Salz abgebaut und nach Brasilien exportiert. Der Anblick dieses Salzsees ist unglaublich! Nicht vergessen die Sonnenbrille einzupacken! Mitten im "See" hat es eine Insel mit hunderten von Kakten, manche von ihnen sollen ueber 1200 Jahre alt sein... Danach ging es weiter Richtung 1. Unterkunft. Wir haben in einem kleinen Dorf San Juan uebernachtet (3650 m.u.m). Dick eingepackt sind wir um 21Uhr schon ins Bett, denn Licht gibt es nur von 18.30 bis 21uhr!

Am naechsten Tag fuhren wir ueber Stock und Stein an dieversen Vulkanen und Lagunen vorbei wo ich auch das erste mal von Nahem Lamas bestaunen konnte. Auch hatte es Flamingos, welche einer der Englaenderinnen zum Verhaengniss wurden. Sie wollte naeher ran um ein gutes Photo zu machen. Leider hat der Sumpf unter ihr nachgelassen und sie stand bis zum Becken im Dreck. Es war dann auch nicht ganz so einfach sie da wieder rauszuholen... Aber das Lachen hatte sie nicht verlohren. Natuerlich durfte der "Arbol del Piedra" nicht fehlen. Dies ist ein Stein welcher von Wind und Regen wie zu einem Baum geformt wurde. Die 2. Nacht waren wir in einer ganz einfachen Unterkunft einquartiert (4300 m.u.m). Bei Kerzenlicht haben wir zu Abend gegessen und sind dann noch dicker eingepackt schlafen gegangen.

Um 5 Uhr morgens hat der Wecker uns von der Kaelte erloest und wir sind in der Dunkelheit Richtung Geysiren gefahren. Ich war erstaunt, dass unser Fahrer den Weg gefunden hat. Denn Wegweiser oder Markierungen gibt es hier weit und breit keine! Die Geysiren liegen auf 5000 m.u.m. und blasen heisse Luft aus Loechern. Da die Aussentemperatur so kalt ist, bildet sich "Nebel" darumherum. Im Innern brodelt heisser Schlamm, wie in einem Vulkan. Von dort aus ging es weiter zu heissen Quellen, wo man sich ein warmes Bad goennen konnte. Langsam ging es wieder Richtung Uyuni zurueck wo wir abends um 19uhr ankamen.

Ich war erstaunt, dass es unser Jeep ueber diese 3 Tage geschafft hatte. Wir mussten einige male anhalten, weil wieder etwas nicht funktionierte, aber zum Glueck war unser Fahrer ziemlich geuebt und machte das Auto wieder fahrtuechtig. Es war immer spannend... auch wo uns das Benzin ausging...

Mitten in der Nacht haben wir dann den Zug von Uyuni nach Oruro genommen und sind mit dem Bus weiter nach La Paz. La Paz ist unglaublich...

La Paz - Der Frieden

ich weiss nicht genau, wie sie auf den namen gekommen sind. bei "der Frieden" stellt man sich eine kleine, ruhige stadt vor, oder nicht? die stadt ist weder klein noch ruhig. aber einmalig! die stadt ist in ein tal gebettet und die haeuserreihen ziehen sich den huegeln hoch. auf 3620 m.u.m. kommt man ganz schoen ins schnaufen, wenn man durch die gassen schlendert. mein hotel befand sich in mitten des "hexen-marktes", wo sich hunderte touris die taschen mit souvenirs vollschlagen.

natuerlich durfte die beruehmt-beruechtigte "the world most dangerous road" nicht fehlen. es hoert sich definitiv gefaehrlicher an als es ist. wenn man aus der schweiz kommt, ist man sich schon einiges gewoehnt. von La Paz geht es auf 4700 m.u.m. nach La Cumbre. dort krallt man sich ein MTB (Mountainbike) und faehrt zuerst auf alphaltierter strasse in ein wunderschoenes tal. nach etwa 30min verlaesst man die strasse und die "Todes Strasse" beginnt. sie fuert nach Yolosa auf 1300 m.u.m. . es gibt zwar eine neue strasse, aber fast niemand benuetzt sie, weil es um einiges laenger dauert. ueber stock und stein passiert man steilwaende mit bis zu 1500 meter gefaell! da bremst man lieber einmal zu viel. nach ueber 5 stunden downhill fahren, sind wir dann endlich in Yolosa angekommen. zum glueck mussten wir die Strasse nach Coroico nicht mehr hochfahren, denn wir waren alle ziemlich kaputt. nach einer warmen Dusche und etwas su essen ging es dann wieder Richtung La Paz. da die strasse nur einspuhrig verlaeuft, dauert es manchmal etwas, bis sich die Fahrzeuge gekreuzt haben. so dauerte unsere Rueckfahrt etwas laenger. bei nacht wird die Strasse noch viel mehr befahren, da man da anscheinend besser die entgegenkommenden Fahrzeuge sieht... aber dass es im Dunkel schwieriger ist, einen Truck rueckwaerts auf einer schmalen Strasse zu manoevrieren... wir wussten uns aber mit einem kuehlen Bier abzulenken... nach 5 stunden sind wir dann alle heil wieder in La Paz angekommen.

Copacabana - Isla del Sol

am 1. Juli ging es dann weiter nach Copacabana am Lago Titicaca. der See ist imens, ueber 230km lang, 97km breit und liegt auf 3820 m.u.m.! er gilt als der hoechstgelegene, groessete see der welt. im bus habe ich Gorden aus Scottland und Chris aus den US kennengelernt. beide hatten das gleiche vor wie ich. eine nacht in Copacabana und dann auf die Isla del Sol. nachdem wir den Cerro Calvario (3966 m.u.m) "bestiegen" haben und den Sonnenuntergang ueber dem see angeschaut haben, haben wir uns ein gutes nachtessen gegoennt. unsere gruppenzahl stieg auf 5 (chris USA, chris GB, gorden, melissa usa). am naechsten morgen sind wir mit dem boot rueber zur Isla del Sol. dort soll anscheinend die sonne geboren worden sein und der 1. inca ist aus dem stein "titicaca" (stein des puma) auferstanden. am suedende haben wir uns dann muehsam die inka-treppe hochgekaempft (nicht einfach mit einem 20kg schweren rucksack auf fast 4000 meter hoehe!) nachdem wir unser gepaeck im hostel deponiert haben, sind wir mit einem boot auf die sued seite der insel gefahren. dort haben wir dann den Titicaca stein begutachtet. ein einheimischer hat uns dann mit einem spiegel (sonnenreflexion) diverse tiere in irgendwelchen steinen gezeigt. mit sehr viel fantasie konnte man irgendwas erkennen. das hat dann wie vielens in Bolivien 5 bolivianos gekosted... nachdem wir uns vom lachen erholt hatten, habe ich es mir auf dem "mesa de sacrificio" (opfertisch) bequem gemacht. anschliessend sind wir quer uerber die insel wieder richtung suedende. nach 4 stunden sind wir in Yumani angekommen. wir habe es uns eine flasche schnaps gekauft und haben uns wieder mal einen sonnenuntergang angeschaut. am naechsten morgen sind wir wieder mit dem boot nach Copacabana gefahren mit der absicht nach Peru zu fahren. dort habe ich per zufall wieder Carlo (mi amigo de suiza) getroffen. er hat mir dann erzaehlt, dass es nach der grenze eine strassenblockade hat. eigentlich dachte ich, dass ich nun aus Bolivien, das land der strassenblockaden raus bin und dass das reisen jetzt einfacher wird. tja, falsch gedacht... chris GB, chris US, melissa und zwei freunde von ihnen wollten auch richtung peru. schlussendlich sind wir dann mit einem minibus bis zur grenze, zu fuss rueber, in peru weiter mit einem minibus bis zur strassenblockade. von dort wieder zufuss bis ans ende der blockade und dann von dort wieder mit einem bus bis nach Puno. wir hatten glueck mit der blockade, denn bis wir da waren, hatte es sich etwas aufgeloest und wir mussten nur noch 1 stunde laufen. vor uns mussten andere ueber 3 stunden laufen! ueber nacht ging es dann nach Cuzco.

Posted by chrisarosa 3:37 PM Archived in Bolivia

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Table of Contents

Be the first to comment on this entry.

This blog requires you to be a logged in member of Travellerspoint to place comments.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

If you aren't a member of Travellerspoint yet, you can join for free.

Join Travellerspoint